, rs

Interview mit Fan Markus Haltiner: «Der Aufstieg hat alles getoppt»

Markus Haltiner sah vor 36 Jahren sein erstes Spiel des SC Herisau. Seither ist er einer der treuesten Fans. Er erzählt von den «glorreichen alten Zeiten», seinen liebsten Erinnerungen und blickt hoffnungsvoll in die Zukunft.
 
Herr Haltiner, Sie sind in der Stadt St. Gallen aufgewachsen. Wie kamen Sie zum SC Herisau?
Das war eigentlich reiner Zufall. In meiner damaligen Clique gab es einige Eishockey-Fans. Bis 1985 schaute ich eigentlich nur die Spiele des SC Brühl. Im Jahr 1985 hatte ich dann mal nichts vor nach einem der Matches und die Jungs schlugen vor, mich nach Herisau mitzunehmen.
 
Und wie wars?
Ich war sofort begeistert. Das Tempo, die Action und die Stimmung im Stadion waren genial. Das war damals die Zwischensaison nach dem Abstieg und es war richtig etwas los in der Halle.
 
Sie waren ab dem ersten Spiel Fan?
Das kann man so sagen. Seither schaue ich so viele Spiele wie ich kann. Früher verpasste ich meist drei - wegen der WKs. Sonst war ich immer im Stadion, daheim und auswärts.
 
Wie vereinbaren Sie das mit Ihrem Privatleben?
Das ist mein Privatleben (lacht). Der Fanclub des SCH ist gleichzeitig mein privates Umfeld. Auch meine Frau habe ich dort kennengelernt. Wir teilen diese Leidenschaft und schauen die Spiele gerne gemeinsam. Das ist für mich also keine Belastung, sondern mein Hobby.
 
Welches Spiel werden Sie nie vergessen?
Der Aufstieg in die NLA am 22. März 1997 hat natürlich alles getoppt. Die Stimmung war unglaublich. Nach dem Spiel haben wir hier im Sportzentrum gefeiert. Das war eine unvergessliche Nacht. Aber ich erinnere mich auch sehr gern an ein Spiel gegen Langnau im Jahr 1989. Danach war der Chlaus-Abend des Fanclubs im Schützenhaus. Das ganze Team ist gekommen. Sogar ein paar Langnau-Fans haben spontan den Chlaus-Abend der Heimfahrt vorgezogen. Das war wirklich schön.
 
Sie haben die «glorreichen Zeiten» des SCH erlebt. Schauen Sie in der 1. Liga mit der gleichen Begeisterung zu?
Klar. Der Sport ist der gleiche und die Spiele bleiben spannend. Aber natürlich denke ich ab und zu etwas wehmütig zurück. Ich vermute, das geht jedem langjährigen Fan so. Damals war die Fanbasis grösser als heute und der «Fanatismus» noch etwas intensiver.
 
Ist die 1. Liga der richtige Ort für den SCH?
Auf jeden Fall. In der heutigen Situation ist das die richtige Liga. Ein Aufstieg anzupeilen, würde den Verein bloss wieder destabilisieren. Insbesondere finanziell. Ausserdem hat man sich an diese Situation mittlerweile gewöhnt - auch als Fan. Und ich bin auch stolz auf die Rolle, die der SCH als Nachwuchsverein spielt. Gleichzeitig herrscht nun wieder eine familiärere Atmosphäre. Das schätze ich auch sehr.
 
Der Verein bemüht sich sehr um den Nachwuchs. Könnte er auch etwas tun, um wieder mehr Fans an die Spiele zu locken?
Das ist sicher auch Aufgabe des Fanclubs. Aber natürlich kann auch der Verein aktiv sein. Und das ist er auch. Je mehr über den SCH geredet wird, desto mehr Leute kommen an die Spiele. Ich spüre, dass die neuen Leute - auch im Vorstand - viel Energie mitbringen. Ich bin überzeugt, dass sich das auch auf den Tribünen zeigen wird.
 
Was ist Ihre Erwartung für die kommende Saison?
Ich hoffe einfach, dass wir nichts mit dem Abstieg zu tun haben werden. Und natürlich wünsche ich mir die Teilnahme an den Playoffs. Das ist immer ein tolles Erlebnis.